10 Zukunftsthesen für die Bau- und Immobilienbranche 2030



Das Drees & Sommer Innovation Center wagt den Blick nach vorn: welche Entwicklungen uns möglicherweise erwarten – und was wir bereits heute umsetzen –, wurde als Diskussionsgrundlage in einem Thesenpapier festgehalten. Darin wird mit zehn Thesen ins Jahr 2030 geschaut.

Ein wesentlicher Aspekt ist die Transformation zur Beneficial Company. Hierbei geht unternehmerischer Erfolg nicht auf Kosten der Umwelt, sondern nützt ihr. Sie sind profitabel, weil sie beneficial sind – nicht trotzdem. Digital, klimapositiv und sozial engagiert: Diese Aspekte bilden die Grundlage für die zehn Zukunftsthesen der Bau- und Immobilienwirtschaft im Jahr 2030.

Aus EPEA-Sicht besonders interessant:

These 3: Modular, klimaneutral und kreislauffähig: Gebäude werden industriell nach dem Cradle to Cradle Designprinzip gebaut. Neue Werkzeuge ermöglichen es, den gesamten Produktlebenszyklus digital abzubilden.


Ein Großteil der Gebäude wird 2030 aus industriell gefertigten Modulen mit kreislauffähigen Komponenten gebaut. Die vorgefertigten Module werden geliefert und vor Ort so zusammengefügt, dass sie auch wieder einfach trennbar sind und die Rohstoffe wiederverwertbar bleiben.

Anforderungen an und Funktionen von Gebäuden bilden die Basis für ihre Planung und Entwicklung. Unterstützend machen neue digitale Werkzeuge den Planungsprozess fit für die Industrie 4.0. Nicht die Prozessschritte stehen im Fokus, sondern durch digitales Product Lifecycle Management betrachten wir den gesamten Produktlebenszyklus. Alle Phasen, von der Erstellung über die Nutzung bis zur Demontage von Gebäuden, greifen dabei auf die gleichen durchgängigen Daten zurück.

Die Planung sowie Entwicklung der Module erfolgt mit Partnern und Industrieherstellern für innovative Lösungen. Zum Einsatz kommen flexible, parametrisierbare Standard-Komponenten, die nach dem Cradle to Cradle Designprinzip optimiert sind. Die verbauten Systeme und Produkte sind somit auch wieder einfach trennbar und das Gebäude fungiert als Rohstoffdepot.

2030 liegt der Fokus auf dem ganzheitlichen Gebäude, das aus gesunden Bauprodukten und industriell vorgefertigten Systemen besteht und in einen komplett digitalen Prozessablauf eingebunden ist. Außerdem generiert es als Kraftwerk seine nachhaltige Energie selbst.

Die Vorteile auf Mikro- und Makroebene liegen auf der Hand: Das Gebäude 2030 zeichnet sich durch eine gesteigerte Energieeffizienz aus – bestenfalls klimapositiv, mindestens kann es reduzierte CO2-Emissionen vorweisen. Es ist ein Rohstoffdepot mit rezyklierbaren Modulen und steht für eine Effizienzsteigerung entlang des gesamten Produktlebenszyklus dank einer komplett transparenten Planung und Produktion sowie effizienten Prozessen mit kurzen Entwicklungs-,  Produktions und Bauzeiten.
  

Das neue Europäische Bauhaus für das 21. Jahrhundert

„Der Green Deal muss auch ein neues kulturelles Projekt für Europa sein! Jede Bewegung hat ihr eigenes Aussehen und ihre eigene Anziehungskraft. Wir müssen Design und Nachhaltigkeit miteinander in Einklang bringen.“ So formuliert es die europäische Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Zeitungsartikel – und fordert das neue europäische Bauhaus.

Das „erste“ Bauhaus vor gut 100 Jahren bringen wir zurecht eng in Verbindung mit dem Übergang ins industrielle Zeitalter.

Im neuen Europa-Bauhaus 2.0 steckt die Chance, den Menschen den europäischen Green Deal zu vermitteln. Die Botschaft sollte lauten: Ein zeitgemäßer, attraktiver Lebensstil kann alles sein: komfortabel, digital, nachhaltig.

Das Bauhaus von 1919 galt als elitär. Dieses Attribut darf ein neues Bauhaus nicht tragen. Stattdessen muss es für die Vereinbarkeit von Bauwirtschaft und Natur stehen. Nachhaltig wirtschaften, Materialien wiederverwenden, erneuerbare Energien nutzen, Artenvielfalt bewahren und eine echte Kreislaufwirtschaft in Gang bringen – darauf kommt es an. Mit dem C2C-Designprinzip werden wir dem gerecht.

Das Europa-Bauhaus 2.0 soll vollständig klimaneutrale und lebenswertere Städte mit Ressourceneffizienz und Wiederverwendbarkeit hervorbringen.

Es geht um eine neue, durch den Green Deal geprägte Ästhetik, die Design und Nachhaltigkeit verbindet.

 

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